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Thema: Schloss Eisenbach

Vogelsberger Skizzenbuch: Ansicht Schloss Eisenbach.
Schloss Eisenbach Zwischen den Jahren 1100 und 1250 wurden in Deutschland Tausende von Burgen gebaut. Burgenbau war einst kaiserliches Vorrecht, aber jetzt baute nicht nur der Hochadel, sondern auch regionale Grafen- und Rittergeschlechter, die ihren Herrschaftsbereich festigen und abgrenzen wollten. Die Burg wurde Symbol einer unabhängigen Stellung. Auch das alte Schloss Eisenbach mag in dieser Zeit entstanden sein. Im Jahr 1217 wird jedenfalls ein Konrad von Eisenbach erwähnt.

Bild: Schloss Eisenbach, Burgtor (Fotografik)
Die Riedesel stammen ursprünglich aus dem Marburger Raum. Johann Riedesel gab aber seine Besitzungen im dortigen Ziegenhainer Gebiet und in der Kasseler Gegend auf und wurde 1308 in der Umgebung von Melsungen seßhaft. Sein Urenkel Hermann Riedesel wird 1415 als Amtmann des hessischen Landgrafen in Alsfeld und Romrod erwähnt. Durch seine Heirat mit Margarethe von Röhrenfurt und die seines Sohnes mit Margarethe von Eisenbach und geschicktes Taktieren gelang es Hermann - auch goldener Ritter genannt - zwischen 1429 und 1440 die ganze Eisenbacher Erbschaft mit Lehen, Pfändern und Grundrechten in seinen Besitz zu bekommen. Sein Sohn Johann war 1444 bei einem Überfall ums Leben gekommen, ohne Kinder, so daß ein weiterer Sohn 1463, nach dem Tode Hermanns, als Hermann II. Erbe und Erbmarschallamt übernahm. Im Jahr 1529 teilten sich die Riedesel in drei Linien, 1539 erfolgte eine zweite Teilung in die Linien Ludwigseck, Altenburg und Lauterbach. Schloß Eisenbach aber blieb gemeinsamer Besitz und ist es heute noch.

Bild: Schloss Eisenbach, Brücke zum inneren Burchtor (Fotografik)
Das Junkerland Schon die Eisenbacher, aber noch mehr die Riedesel, festigten ihren Besitz - auch Junkerland genannt - zu einem kleinen Staat. Sein eigentliches Territorium war in sich geschlossen und bestand aus sechs Gerichtsbezirken: Zent Lauterbach, Stockhausen und Landenhausen, Engelrod (und Hopfmannsfeld), Moos, Freien- steinau. Außerhalb dieses Gebietes lagen noch das Gericht Ober Ohmen und das Amt Ludwigseck bei Rotenburg/Fulda. Vorübergehend kamen zu Zeiten der letzten Eisenbacher und der ersten Riedesel noch mehrere Bezirke hinzu. Für die Zeit kurz vor 1800 werden, außer der Stadt Lauterbach und Schloß Eisenbach, 52 Dörfer und verschiedene einzelne Höfe, alles eingeteilt in 14 Pfarreien, angegeben. Herren des kleinen Staatsgebildes waren die Riedesel - seit 1680 Freiherrn Riedesel zu Eisenbach.

Titelseite: Broschüre Schloss Eisenbach.
Broschüre, 16 Seiten Schloss Eisenbach Texte, Zusammenstellung und Bearbeitung: Alfred Schneider Lauterbach 1989 - ISBN ohne
Text: Auszüge aus Broschüre Schloss Eisenbach.
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