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Thema: Lauterbach

Bild: Berliner Platz - Ansichtskarte (Fotografik)
Einstimmung Es war einmal vor nunmehr fast 2000 Jahren, da brachten die nach Süden drängenden Germanen das römische Reich ins Wanken. Ein Volksstamm, der der Chatten, berannte über hunderte von Jahren den römischen Schutzwall, den Limes, der den unwirtlichen Norden von dem lebensfreundlicheren Süden trennte - und obwohl die Römer einige Strafexpeditionen unternahmen, war dieses Volk nie so richtig zu fassen. Um das Jahr 213 nch Christus verschwinden die Chatten ganz plötzlich aus dem Licht der überlieferten Geschichte. Wohin? Manche vermuten, sie seieen mit den Sueben, den Vandalen, den Burgundern nach Süden gewandert und von ihnen aufgesogen worden. Andere behaupten, müde von den vielen Kämpfen mit den Römern hätten sie sich in den undurchdringlichen Wäldern des Nordens versteckt, umnach einer Regenerationsphase von einigen hundert Jahren unter anderem Namen - als Hessen um das Jahr 720[/i) - wieder aufzutauchen.

Bild: Marktplatz - Ansichtskarte (Fotografik)
Am Bilstein nahe Lauterbach soll das älteste Schloss der Stadt gestanden haben. In ihm wohnte ein König mit seiner rassigen Tochter. Das schöne Weib liebte einen Bürgerlichen und zog deshalb den Zorn ihres Vaters auf sich. Da sie nicht von ihrer Liebe lassen wollte, erstach sie den König hinterrücks. Seitdem ist das Schloss mit all seiner Herrlichkeit in der Erde verschwunden. Jahre später begann man den Berg auszubeuten, nutze die markanten Basaltsäulen zum Bau vieler Gartenmauern, vieler Grundmauern der Häuser in der Stadt, selbst zur Einfassung des Bachbetts der Lauter, verkaufte aber auch riesige Mengen von ihnen zur Befestigung von Deichen an den Weltmeeren. Immer tiefer grub man in den Berg hinein, doch vom Schloss fand sich keine Spur.

Bild: Historische Stadtmauer - Ansichtskarte (Fotografik)
Um das Jahr 1860 wurde in Lauterbach der Vorschlag gemacht, in der Stadt Gaslaternen aufzustellen. Der Stadtrat beschäfigte sich daraufhin fünf Jahre mit Kostenermittlungen und möglichen Standorten und kam zu dem Ergebnis, keine Gasbeleuchtung einzuführen. Allerdings wurden an einigen Stellen Versuche mit amerikanischem Leuchtgas, mit Petroleum, unternommen. Das Ergebnis schien zufriedenstellend und so wurde im Jahr 1866 in Lauterbach die Straßenbeleuchtung eingeführt: 40 Straßenlaternen, zwei Kandelaber, zwei Laternenarme, zwei Lampen und vier Patentkugeln ließ man anbringen. Von jetzt an mussten Laternenanzünder mit Steigleitern durch die Stadt gehen, um bei Einbruch der Dunkelheit die Petroleumlampen anzuzünden und sie sie gegen elf Uhr am Abend wieder löschen. Erst 20 Jahre später wählte man sieben Laternen aus, die die ganze Nacht über brennen sollten.

Titelseite: Buch Lauterbach, Geschichten und Geschichte.
Buch, 184 Seiten Lauterbach, Geschichten und Geschichte von der Deutschen Märchenstraße. Texte und Zeichnungen, Herausgeber: Alfred Schneider Lauterbach 1997 - ISBN 3-928048-09-0
Text: Auszüge aus dem Buch Lauterbach, Geschichten und Geschichte von der Deutschen Märchenstraße.
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